Erlebnisbericht von den Protesten gegen die Demo „für alle“ am 11. Oktober 2015

Schon wieder war die Demo „für alle“ in Stuttgart – nun zum achten Mal.
Doch eins ist klar: Wenn die Rechten ihre homophoben und rückwärtsgewandten Inhalte auf die Straße tragen wollen, gibt es Proteste dagegen. Deshalb gab es schon bevor die rechte Veranstaltung losging als Anlaufpunkt für die Gegenproteste eine Kundgebung auf dem Schlossplatz.
Es war schön zu sehen, wie der Platz langsam aber sicher voller wurde. Redebeiträge und Musik wechselten sich ab.
Schon bald wurde der Protest praktisch. Viele Menschen blockierten in Eigeninitiative einen wichtigen Zugang zum Auftaktkundgebungsort der Demo „für alle“. Zum Unbehagen einiger rechter Teilnehmer konnten sie nicht durch die Blockade zu ihrer Kundgebung auf dem Schillerplatz gelangen.
Als klar war, die Rechten wollen loslaufen, ging die Dynamik in die nächste Runde. Plötzlich fand sich eine überraschend große Gruppe auf der Route wieder, sodass sich der rechte Demozug nur unter schallenden Parolen und unzensierten Meinungsäußerungen durch eine schmale Gasse zwängen konnte.
Das Ende des Aufmarsches war das Highlight des Tages. Als die rechte Demo im Schlosspark vor dBanner an der Operer Oper ankam, glänzten zwei rießige Banner zwischen Demo für alle und Himmel – dahinter das Oper-Gebäude.
Dieses große Zeichen der Solidarität rührte viele und war enorm motivierend. Die Demo „für alle“ wurde von allen Seiten mit unübersehbarem Protest gestört. Dazu kam noch, dass die Rechten nicht einmal über die Technik „Herr“ werden konnten (wo sie doch so vieler Dinge „Herr“ sein möchten) und lautes Fiepen und Rauschen die Nerven der rechten Demo-Teilnehmer zusätzlich strapazierten.
Unter den Gegendemonstranten machte sich gute Stimmung breit.
Nachdem die Demo „für alle“ aufgelöst wurde und sich auch einige Faschisten auf den Weg machten, sah man wieder, wie Staat und Nazis Hand in Hand agieren. Unter dem Schutz bzw. der Ignoranz der Bullen bekamen die Nazis Oberwasser und griffen abseits der Kundgebung wahllos Leute an. Das macht die Bedrohung durch die Demo „für alle“ noch einmal auf einer anderen Ebene deutlich und es zeigt sich einmal mehr, wie wichtig es ist, aufeinander aufzupassen und in Bezugruppen auf Demos zu gehen.
Also Leute: Kommenden rechten Aktivitäten darf kein Platz geboten werden!
Lasst die nächsten Aufmärsche zum Desaster werden!
Love is equal!
Rechtspopulismus stoppen!
Für eine befreite Gesellschaft!
Adelante!

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